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15.07.2006 Einwöchige Alpenrundfahrt „Tour Trans Alp 2006“

Auch dieses Jahr fuhr ich wieder bei der Tour Trans Alp mit. Anders wie im letzten Jahr fuhr ich nicht in der Herren Wertung sondern mit der Triathletin Anja Foltin aus Regensburg in der Mixed Wertung. Wie jedes Jahr führt die Tour Trans Alp von Oberammergau durch die Alpen nach Riva del Garda. Nur die Strecke und die Orte dazwischen sind jedes Jahr unterschiedlich.

Wir kannten uns vorher nicht und sind im Vorfeld aus Zeitgründen auch nur einmal zusammen gefahren. Los ging die 7 Etappen Alpen Rundfahrt am 25.6. in Oberammergau. Die erste Etappe führte uns über 2 Pässe nach Sölden wobei wir 142 km zurück legten und die ersten 2440 Höhenmeter überwinden musten. Es war am heutigen Tag sehr warm und man mußte viel drinken um nicht einzugehen und Krämpfen vorzubeugen. Der erste Tag war schon mal der erste Härtetest für die folgenden Tage. Mit Platz 21. wußte man dann auch schon mal in etwa wo man steht. Am nächsten Tag wurde die Etappe

schon etwas härter. Von Sölden aus ging es gleich hinauf aufs Timmelsjoch das Dach der diesjährigen Tour Trans Alp mit 2509m. Dann ging es erstmal ca. 30 Km bergab bevor es noch über den Jaufenpass zum nächsten und 2. Etappenort Brixen ging.

Diesmal hatte die Etappe bei sehr warmen Temperaturen 130 Km und 3200 Höhenmeter aufzuweisen. Wir hatten bisher viel Glück mit dem Wetter. Es war jeden Tag um die 30 Grad und wärmer, womit so mancher Teilnehmer so seine probleme damit hatte. An den Verpflegungsstationen fuhr meine Teampartnerin immer gleich durch, damit wir so wenig wie möglich Zeit verloren. Während sie weiter fuhr, füllte ich Getränke und Essen.

Dann machte ich Tempo um sie schnellst möglich wieder zu erreichen um sie mit Essen und Trinken zu versorgen damit sie mir inzwischen nicht verdurstet und verhungert. Im flachen führte ich immer, um sie in meinem Windschatten zu ziehen und sie zu schonen. So schafften wir im flachen auch so manchen anschluß an eine vor uns fahrende Gruppe. Auf der 3. Etappe ging es bei wieder sehr warmen Temperaturen von Brixen über 2 Pässe nach St.Vigil. Es war mit 91 Km und knapp 3200 Höhenmetern zwar eine kürzere aber nicht unbedingt sehr leichte Etappe.

Am darauf folgenden Tag, also auf der 4.Etappe stand die Königsetappe auf dem Programm. Die heutige Etappe von St.Vigil nach Wolkenstein führte uns über 6 Pässe, wobei 2 davon nicht weiter er-wähnenswert waren. Trotzdem musten auch heute wieder bei Temperaturen über 30 Grad immerhin 123 Km und knapp 3500 Höhenmeter bewältigt werden. Und das ganze nach dem Motto „um so schneller, um so besser“. Die Landschaft war bisher wieder traumhaft schön

und entschädigt der schinderei immer wieder voll und ganz. Für mich gibt es eigentlich nichts schöneres bei so schönem Wetter und Sonnenschein über die schönsten Pässe der Alpen zu fahren. Die fünfte Etappe sollte uns von Wolkenstein nach Alleghe führen. Heute war ein sogenannter Sch….. Tag. Es gab die ganze Zeit nur Dauerregen schon lange vor dem Start und es sah auch nicht so aus als sollte es bald aufhören. Die nächste schlechte Nachricht war, das es nur ca. 13 Grad hatte und es bescheiden kalt war. Man muß wissen das es für mich kein schlimmeres Wetter gibt als so Nasskalt wie an diesem Tag. Ich hasse solches Wetter, aber leider gehört das ja auch dazu. Ausgerechnet an diesem Tag hatten wir 4 Pässe auf dem Programm und 2 davon waren über 2000

Meter hoch. Auf dem Sellajoch (2240m) und auf dem Passo Fedaia (2054m) hatte es dann nur noch 6-7 Grad. Auf der Abfahrt vom Passo Fedaia zeigte meine Tacho dann 85 Km/h und es war Schweinekalt. Ich hatte nicht mal mehr meine klappernden Zähne unter kontrolle und achtete dabei nur mir nicht auf die Zunge zu beisen. Um das in etwa nachzuvollziehen, verspürt man auf so einer Abfahrt bei angenommen 8 Grad und einer Geschwindigkeit von 80-90 Km/h eine gefühlte Temperatur von ca. -15 Grad und das in kurzer und nasser Kleidung. Heute mußte ich meine Teampartnerin sehr loben wie sie sich bei dem Wetter durchgebissen hat. Föllig durchgefroren suchten wir nach der Zieleinfahrt schnell unser Hotel auf, um uns aufzuwärmen und endlich trockene Kleidung anzulegen. Am nächsten morgen zum Start der 6. Etappe von Alleghe nach Kaltern hatten wir dann wieder

schönes und sonniges Wetter, ganz zu meiner zufriedenheit. Auf der heutigen und vor-letzten Etappe standen nochmal 118 Km, 4 Pässe und etwas über 2900 Höhenmeter auf dem Programm. Bisher lagen wir bei allen Etappen in der Tageswertung immer zwischen Platz 21 und 27. Vor der letzten Etappe standen wir dann in der Gesamt Mixedwertung auf Platz 20 von 70 Mixedteams. Das war auch unser vorgenommenes Minimalziel. Auf platz 19 lagen wir jetzt noch unerreich-

bar 40 Minuten zurück und auf Platz 21 hatten wir einen Vorsprung von 15 Minuten. Somit konnten wir die letzte Etappe von Kaltern nach Riva del Garda locker angehen. Mit einem 15 Minuten Polster sollte uns der 20. Platz sicher sein und wir mußten nur noch gut nach Riva kommen und durchs Ziel fahren. Auch nächstes Jahr möchte ich wieder gern die Tour Trans Alp fahren. Ob im Mixed,- oder Herren- Team ist noch nicht klar. Reizen würde mich schon nochmal in einem Mixedteam zu fahren, allerdings muß die Zielsetzung ganz klar zwischen Platz 5-10 liegen. Mein Motto bis dahin: Nach der Tour ist vor der Tour !!!Tschüß Jens.